Projektübersicht
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Principle Investigators: |
Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Michael Weyrich |
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Projektteam: |
Pascal Heinzelmann M.Sc. |
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Forschungseinrichtungen: |
Institut für Umformtechnik (IFU), Universität Stuttgart |
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Halbzeugwerkstoff(e): |
Blech (DP600) |
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Fertigungsprozesse: |
Tiefziehen und Beschnitt |
Motivation
- Aufbau des virtuellen Prozessumfeldes für das Tiefziehen
- Bestimmung der Einflüsse von Werkstoff- und Prozessparametern auf die Rückfederung und Maßabweichungen von komplexen Ziehteilen
- Optimierung des Wirkflächen Designs 2-stufiger Umformprozesse
Ziele
Das Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung einer neuartigen Auslegungsmethode für Wirkflächen von Tiefziehwerkzeugen auf Basis eines daten- und berechnungsbasierten Surrogate-Modells. Das Surrogate-Modell wird mittels Generative Adversarial Networks oder Denoising Diffusion Probabilistic Models aufgebaut und soll so die Zusammenhänge zwischen Bauteilgeometrie, den vorliegenden Prozessparametern und der Bauteilrückfederung erlernen und abbilden. Es wird zusätzlich eine Delta-Modellierung ausgehend von der Surrogate-Modellierung aufgebaut, welche zudem die Abweichungen zwischen der FE-Simulation und dem realem Umformprozess erlernen soll. Die Daten des realen Umformprozesses werden in systematischen Dauerlaufversuchen gewonnen und berücksichtigen damit viele weitere – in der Simulation nur begrenzt berücksichtigte – Prozessparameter und Störeffekte. Durch die FE-Simulation werden somit zunächst bekannte und modellierbare Zusammenhänge maschinell erlernt und diese anschließend durch experimentelle Prozessdaten erweitert. Die Surrogate- und Deltamodellierung bildet schließlich die Ausgangsbasis für einen Wirkflächengenerator, der auf der Basis der rückgefederten Bauteilgeometrien, z. B. durch ein Gradientenverfahren, eine verbesserte Modellierung der Wirkflächen generieren kann, welche die in der Realität zu erwartenden Rückfederungen bereits einbezieht.
Arbeitsprogramm
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Arbeitspaket |
Beschreibung |
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AP1 |
Bauteildefinition und Generierung zugehöriger Wirkflächengeometrien |
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AP2 |
Generierung synthetischer Rückfederungsgeometrien und Prozessdaten für das Training des Surrogate-Modells |
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AP3 |
Konzeption des Surrogate- und des Delta Modells |
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AP4 |
Aufbau des Dauerlaufprozesses |
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AP5 |
Durchführung der Dauerlaufversuche zur Berechnung des Delta-Modells |
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AP6 |
Evaluation der Delta-Modellierung sowie Erklärung der Analyseergebnisse |
Erwartete Ergebnisse
Das erwartete Ergebnis des Forschungsvorhabens besteht in der Entwicklung einer neuartigen datengetriebenen Methode zur Optimierung der Rückfederungsproblematik eines zweistufigen Fertigungsprozesses (Tiefziehen & Beschneiden). Die grundlegende Idee dieser Methode besteht darin, dass maschinelle Lernverfahren derart angelernt werden können, sodass eine verbesserte Rückfederungskompensation möglich ist. Für den Anlernprozess der maschinellen Lernverfahren werden sowohl numerische als auch experimentelle Daten herangezogen.
Bislang erzielte Projektergebnisse (Stand 04/2025)
Ein zentraler Bestandteil der bisherigen Arbeiten ist die Erstellung eines umfangreichen synthetischen Datensatzes (DDACS) aus parametrisierten LS-DYNA-Simulationen von Tiefziehvorgängen. Dieser Datensatz, der systematische Variationen bei Geometrie, Material und Prozessparametern berücksichtigt, enthält detaillierte Simulationsergebnisse mit Spannungen, Dehnungen, Dicken und Knotenverschiebungen. Sie dienen als Basis für das Training von geometrischen Deep Learning-basierten Surrogatmodellen. Hierbei hat sich der Ansatz der Manifold-Repräsentation als deutlich vorteilhafter gegenüber bildbasierten Methoden erwiesen, da letztere eine inhärent ungünstige Problemformulierung für die hochdimensionalen geometrischen Beziehungen darstellen. Ein Beispiel hierfür ist die erfolgreiche Nutzung des Datensatzes zur Vorhersage von Formänderungsdiagramm (FLD)- Kategorien mittels eines Dynamic Graph CNN (DGCNN). Diese Anwendung demonstriert, dass in den FE-Mesh-Daten implizites physikalisches Wissen vorhanden ist, das die Realität widerspiegelt. Zudem wurde ein GNN-basiertes Surrogatmodell zur direkten Vorhersage des Rückfederungs-Vektorfeldes entwickelt, das eine physikbasierte Verlustfunktion integriert und direkt auf den Mesh-Strukturen operiert. Parallel dazu wurde die Diskrepanz zwischen synthetischen Daten und realen Messdaten (erfasst z. B. mittels Laser-Sensoren) als zentrale Herausforderung identifiziert. Diese „sim2real gap“ erschwert die Übertragung von auf Simulationen trainierten ML-Modellen auf reale Szenarien erheblich. Reale Daten sind typischerweise spärlicher und rauschbehaftet, während synthetische Daten zusätzliche, in der Realität schwer messbare physikalische Eigenschaften enthalten. Um diese Diskrepanz zu überwinden, wurde ein architektonischer Rahmen entwickelt, der eine individuelle Verarbeitung beider Datentypen vorsieht und diese in einen gemeinsamen, dimensionsreduzierten Unterraum ℝˡ abbildet, wobei die in beiden Welten verfügbaren Merkmale direkt an das finale Vorhersagemodell übergeben werden.
Kontakt
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Michael Weyrich
Universität Stuttgart
Institut für Automatisierungstechnik und Softwaresysteme
Pfaffenwaldring 47
70550 Stuttgart
E-Mail: michael.weyrich@ias.uni-stuttgart.de
Website: https://www.ias.uni-stuttgart.de/
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Mathias Liewald MBA
Universität Stuttgart
Institut für Umformtechnik
Holzgartenstraße 17
70174 Stuttgart
E-Mail: mathias.liewald@ifu.uni-stuttgart.de
Website: https://www.ifu.uni-stuttgart.de/institut/
M.Sc. Sebastian Baum
Universität Stuttgart
Institut für Automatisierungstechnik und Softwaresysteme
Pfaffenwaldring 47
70550 Stuttgart
E-Mail: sebastian.baum@ias.uni-stuttgart.de
Website: https://www.ias.uni-stuttgart.de/
M.Sc. Pascal Heinzelmann
Universität Stuttgart
Institut für Umformtechnik
Holzgartenstraße 17
70174 Stuttgart
E-Mail: pascal.heinzelmann@ifu.uni-stuttgart.de
Website: https://www.ifu.uni-stuttgart.de/institut/